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Nullemissions-Nutzfahrzeuge - Vom ökologischen Hoffnungsträger zur ökonomischen Alternative

Nullemissionsnutzfahrzeuge - Vom ökologischen Hoffnungsträger zur wirtschaftlichen Alternative - Foto: (c) istockphoto.com / Chesky

Über 50 Fachexperten diskutierten beim Treffen der AG Nutzfahrzeuge in Karlsruhe Ende November die neuesten Ergebnisse der e-mobil BW-Studie zu den Vorteilen und Herausforderungen emissionsfreier Nutzfahrzeuge. „Bis 2030 können in bestimmten Nutzfahrzeugsegmenten Nullemissions-Antriebe durchaus eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel werden, aber die Politik muss dafür die nötigen Rahmenbedingungen schaffen“, fasste Sven Altenburg, Mobilitätsexperte beim Forschungsunternehmen Prognos AG und Mit-Autor der Studie ein wesentliches Kernergebnis bei der Vorstellung zusammen, zu der die e-mobil BW gemeinsam mit dem Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg eingeladen hatte.

Nullemissions-Antriebe als wirtschaftliche Alternative zum Diesel

Interessantes Beispiel für die Teilnehmer von Hersteller und Anwenderseite gleichermaßen bot die in der Studie betrachtete Fahrzeugklasse der schweren LKW: Lagen die Total-Cost-of-Ownership (TCO) eines emissionsfreien brennstoffzellenbetriebenen LKW (FCEV-LKW) im Jahr 2015 noch um 182% höher als bei der konventionellen Dieselvariante, ergibt die Prognose für das Jahr 2030 für den Brennstoffzellen-LKW einen Kostenvorteil von 6%. 

Ökologische Vorteile in allen betrachteten Nutzfahrzeugklassen

Auch die angestellten Well-to-Wheel-Betrachtungen, die auch die Energiebereitstellung und eingesetzte Rohstoffe für verschiedene Antriebsarten in den Blick nehmen, boten den Experten eine fundierte Faktenbasis mit klarer Aussage. „Nullemissionsfahrzeuge mit batterieelektrischen oder Brennstoffzellenantrieben weisen in allen betrachteten Nutzfahrzeugsegmenten erhebliche ökologische Vorteile gegenüber Dieselantrieben auf.“ sagte Dr. Stefan Eckert von thinkstep. Bei beiden Nullemissionsantriebsvarianten entstehen in der Well-to-Wheel-Betrachtung deutlich geringere Treibhausgasemissionen als beim Diesel. Bei einer Stromerzeugung vollständig aus erneuerbaren Energien ergibt sich je nach Segment eine Reduktion um 67-87 %. Zudem werden bei Nullemissionsnutzfahrzeugen die lokalen NOx-Emissionen vermieden, die besonders in Innenstädten zur Luftschadstoffbelastung beitragen.

Anreize setzen und Rahmenbedingungen anpassen

Die Autoren schließen aus ihren Untersuchungen, dass monetäre Anreize – wie Steuerbefreiungen bei Steuer und Maut – und ein angepasstes regulatorisches Umfeld bspw. in Form von Umweltzonen für Nullemissionsfahrzeuge die Wirtschaftlichkeit und die spezifischen Vorteile von batterie-elektrischen und Brennstoffzellen-Fahrzeugen stärken und so die Nachfrage nach ihnen steigern könnten. In manchen Segmenten könne diese Nachfrage schon heute vorhanden sein, wenn am Markt praxistaugliche und wirtschaftlich einsetzbare Nullemissions-Fahrzeuge verfügbar wären.

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